PRESSE & REZENSION

Bachs Musik in reine Leidenschaft verwandelt

Rezension zum Konzert Eine musikalische Erzählung: Johann Sebastian Bach

Milena Naumovska · 12. November 2024 · Buzarovski Archive

Am 1. November 2024 stand die Nationalgalerie Daut-Pascha-Hamam in Skopje ganz im Zeichen Johann Sebastian Bachs. Das Konzert Eine musikalische Erzählung: Johann Sebastian Bach verband ausgewählte Arien und Duette aus der Matthäus-Passion, der h-Moll-Messe und der Kantate Jesu, der du meine Seele mit der Toccata e-Moll, BWV 914.

Mitwirkende waren die Sopranistin Marija Tashevska, die Altistin Mariana Boshkovska und die Pianistin Dr. Mimoza Keka. Die besondere Akustik und Architektur des historischen Daut-Pascha-Hamams bildeten einen charakteristischen Rahmen für das vokale und instrumentale Bach-Programm.

Zwischen Stimme und Klavier

Das Konzert begann mit einer kurzen Einführung von Mimoza Keka. In Blute nur, mein liebes Herz aus der Matthäus-Passion eröffnete Tashevska den vokalen Teil des Abends, begleitet von Keka am Klavier.

Im Duett So ist mein Jesus nun gefangen verbanden sich die beiden Stimmen mit einer differenziert gestalteten Klavierbegleitung. Die Rezension hebt dabei insbesondere Kekas nuancierte Dynamik sowie die emotionale Intensität im Zusammenspiel der drei Musikerinnen hervor.

Mit Aus Liebe will mein Heiland sterben rückte erneut Tashevskas Sopran in den Mittelpunkt, bevor Keka mit der Toccata e-Moll, BWV 914 einen rein instrumentalen Akzent setzte. Der Klang des Klaviers wurde dabei in der Rezension mit der Wirkung einer Orgel in Verbindung gebracht und verstärkte die geistliche Atmosphäre des Programms.

Bachs vokale Klangwelt

Im Duett Et in unum Dominum aus der h-Moll-Messe, BWV 232, standen die klangliche Geschlossenheit und das Zusammenspiel der Stimmen im Vordergrund.

Mariana Boshkovska gestaltete anschließend das Agnus Dei mit ihrem dunklen, klangvollen Alt. Die Klavierbegleitung unterstützte die polyphone Struktur des Satzes mit klar geführten Linien.

Den Abschluss bildete das lebendige Duett Wir eilen mit schwachen, doch emsigen Schritten aus der Kantate Jesu, der du meine Seele, BWV 78. Die Rezension beschreibt den Schluss des Konzerts als von sichtbarer Spielfreude und unmittelbarer musikalischer Kommunikation geprägt.

Musik, Raum und bildende Kunst

Ein besonderer Aspekt des Abends war das Zusammenspiel von Musik, Architektur und bildender Kunst. Parallel zum Konzert war im Daut-Pascha-Hamam die Ausstellung Österreichische Moderne nach 1945 zu sehen.

Die expressive Farbigkeit, der Minimalismus und die abstrahierten Formen der ausgestellten Werke traten damit in einen spannungsvollen Dialog mit Bachs Musik. Die osmanische Architektur des historischen Gebäudes verstärkte diesen Eindruck zusätzlich und verlieh dem Konzert einen besonderen räumlichen und visuellen Kontext.

Originalrezension

Milena Naumovska
Buzarovski Archive · 12. November 2024

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